Künstliche Befruchtung

Eine Schätzung besagt, dass in Deutschland etwa 15% aller Paare ungewollt kinderlos sind. Verschiedene Ursachen wie hormonelle Störungen, organische Erkrankungen oder auch eine ungesunde Lebensführung können Ursachen für eine ungewollte Kinderlosigkeit sein. Die künstliche Befruchtung bietet verschiedene Behandlungsmethoden, den Kinderwunsch zu erfüllen, wenn eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg nicht möglich ist. Unter einer künstlichen Befruchtung versteht man die Entnahme von Eizellen und/oder Samenzellen, die nach einer speziellen Aufbereitung wieder zusammengeführt werden. Zu den verschiedenen Methoden der künstlichen Befruchtung gehören die homologe und heterologe Insemination, In-Vitro-Fertilisation, In-Vitro-Maturation und die intrazytoplasmatische Spermieninjektion.

Zunächst wird der Hormonhaushalt der Frau untersucht. Ist dieser nicht im Gleichgewicht, wird eine Hormonbehandlung durchgeführt, um die Eierstöcke zu stimulieren und statt einem mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen zu lassen. Nach der Bereitstellung des Samens wird dieser im Labor aufbereitet. Anschließend kommt die Insemination zum Einsatz. Insemination bedeutet das künstliche Einsetzen der aufbereiteten Spermien direkt in den Eileiter, in die Gebärmutter oder den Gebärmutterhals. Diese Methode wird dann angewandt, wenn die Samenflüssigkeit zu wenige oder nicht ausreichend bewegliche Spermien enthält. Bei der homologen Insemination wird der Samen des Partners verwendet, bei der heterologen Insemination wird die Samenflüssigkeit eines fremden Mannes eingesetzt. Die heterologe Insemination gehört nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Die Erfolgschance der Insemination liegt bei etwa 20%.

Bei der In-Vitro-Fertilisation wird die Befruchtung außerhalb des Körpers im Labor vorgenommen. Diese Methode wird beispielsweise bei Frauen angewandt, deren Eileiter verschlossen sind und die Spermien nicht zu den reifen Eibläschen gelangen können, um diese zu befruchten. Der Arzt entnimmt der Frau einige reife Eizellen und befruchtet sie mit dem Samen des Partners oder eines fremden Mannes. Nach etwa 48 Stunden wird die befruchtete Eizelle bzw. der Embryo in die Gebärmutter eingesetzt. Bei der In-Vitro-Maturation entnimmt der Arzt der Frau einige unreife Eizellen, die erst im Reagenzglas unter Zugabe von Hormonen reifen und anschließend mit den Spermien des Mannes befruchtet werden. Nach 48 Stunden setzt der Arzt dann die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter ein. Mit dieser Methode wird der Frau die belastende Hormonbehandlung erspart.

Eine weitere Methode ist die intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Die Mikroinjektion wird angewandt, wenn zu wenig Spermien vorhanden sind oder diese eine zu geringe Beweglichkeit haben. Dann werden die Spermien mit einer Mikropipette direkt in die Eizelle gespritzt und die so befruchtete Eizelle nach zwei Tagen in die Gebärmutter eingesetzt. Bei einer künstlichen Befruchtung entstehen häufig Mehrlingsschwangerschaften, da der Arzt mehrere befruchtete Eizellen gleichzeitig in die Gebärmutter einsetzt, um die Chancen einer Schwangerschaft zu erhöhen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nur unter bestimmten Voraussetzungen einen Teil der Kosten für die künstliche Befruchtung bei ungewollter Kinderlosigkeit verheirateter Paare.







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